26. September 2026

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Schwimm EM 2026 Paris – SPORT4FINAL Blog

Schwimmen - Schwimm EM 2026 - Copyright: https://pixabay.com/photos/swimmers-swimming-pool-olympic-pool-79592/ - Lizenz: Pixabay Licence. Bild von David Mark auf Pixabay.
Schwimmen – Schwimm EM 2026 – Copyright: https://pixabay.com/photos/swimmers-swimming-pool-olympic-pool-79592/ – Lizenz: Pixabay Licence. Bild von David Mark auf Pixabay.

Schwimm EM 2026 Paris SPORT4FINAL Blog Media Time – Frank Zepp – PM DSV:

16.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Erfolgreicher Finaltag

Lukas Märtens gewinnt hinter Leon Marchand seine dritte EM-Medaille

Verkehrte Welt für Lukas Märtens. Der Schwimmer, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils Gold im ersten Rennen von Olympia und WM gewann, war bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) mit seiner Paradestrecke erst ganz zum Schluss im letzten Einzelrennen dran. Der 24-Jährige vom SC Magdeburg gewann dort die 32. Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bei diesen Titelkämpfen (und die 14. beim Beckenschwimmen), in ungewohnter Weise schillerte diese diesmal aber in Bronze.

Nach 3:44,57 Minuten schlug Märtens hinter Superstar Leon Marchand (FRA/3:43,14) und dem erst 16 Jahre alten Oliver Papai (HUN/3:44,46) an, der zweite deutsche Finalist Oliver Klemet (SG Frankfurt) belegte Rang fünf (3:45,16). „Ich bin trotzdem zufrieden. Das ist jetzt meine dritte Medaille hier, das habe ich vorher auch nicht geschafft und das ist damit ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Märtens. „Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich da noch einen Tick mehr herausholen wollte. Für mich gilt es jetzt, neue Dinge zu lernen, um künftig auch mit so einer Atmosphäre wie hier klarzukommen. Jeder in der Halle hier, außer vielleicht meine Eltern, war für Leon Marchand. Das haben wir so noch nicht erlebt. Und damit umzugehen, ist gar nicht so leicht. Daran muss man nun sportpsychologisch arbeiten, damit man das dann in Los Angeles noch mehr ausblenden kann.“

Im Jahresverlauf war Märtens mehrfach schneller unterwegs als Marchand beim EM-Sieg

Für diese EM hatte sich Märtens mit seinem Trainer Bernd Berkhahn für ein ungewöhnliches Programm entschieden. Sechs Rennen über 200m Freistil standen dabei vor dem Hauptrennen an: drei im Einzel (Siebter nach drei Runden) und dazu insgesamt drei mit Silber und Bronze belohnte Staffeleinsätze. Auf das erhoffte Tempo kam Märtens dabei aber aus bislang ungeklärten Gründen nie, am Ende auch auf seiner Paradestrecke nicht. Dort traute er sich dann nicht einmal mehr, das gewohnte Tempo anzuschlagen. Dabei war er doch selbst bei einem lukrativen Einladungswettkampf im März (3:43,04) und auch bei den Deutschen Meisterschaften im April (3:41,76) quasi aus dem Training heraus schnellere Zeiten geschwommen.

„Ich würde nicht sagen, dass die Belastung vorher zu hoch war. Das war einfach der siebte Wettkampftag, das ist es ganz normal, dass mal leer geht“, resümierte Märtens. „Das ist normal, dafür sind wir alle Menschen. Außer vielleicht Johannes (Liebmann, Anm. d. Red.), der gestern was anderes gezeigt hat. Letztlich können wir zufrieden sein. Wir haben hier als Team einfach super abgerissen.“ 

Salchow führt die Lagenstaffel auf Rang fünf

Auch dank Klemet, der am Tag nach 1500m-Bronze auch wieder lange auf Kurs vierte EM-Medaille lag, den dann aber die Kräfte doch verließen. „Ich dachte eigentlich, dass heute Nachmittag noch ein bisschen mehr drin ist, aber es war dann schon ein bisschen viel über die letzten zwei Wochen hinweg. Dann hat es sich ganz ausgereicht, aber ja, ich glaube, man kann mit der EM zufrieden sein“, sagte er.

Außerdem belegten Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV/54,09)), Melvin Imoudu (Potsdamer SV/58,76), Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/51,32) und Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/47,38) am Sonntag über 4x100m Lagen in 3:31,55 Minuten Rang fünf.  Der Sieg ging an die Neutralen Athleten aus Russland (3:28,67) vor Italien (3:28,86) und Frankreich (3:29,03).

Insbesondere Salchow deutete das Staffelergebnis als versöhnlichen Abschluss eines EM-Jahres, in dem mit Studienabschluss und Berufseinstieg lange andere Prioritäten für ihn galten. „Das Rennen war gut. Auch die Atmosphäre in der Halle, das ist so laut, da springst du rein, dann ist Stille, das ist schon komisch. Es war toll, nochmal im Finale gestanden zu haben, mein erstes und einziges Finale diesmal ja leider. Von daher bin ich zufrieden. Ich denke, daraus wird man gute Schlüsse ziehen können für die nächste Saison.“

Salchow verwies auf das hohe Niveau der Titelkämpfe, nicht nur wegen der vielen Welt und Europarekorde. „Wir haben gesehen, wie stark das Niveau auf den 100 Meter Kraul der Männer gestiegen ist. Wir sehen, dass im Schwimmsport allgemein irgendwie das Niveau krasser geworden ist, egal welche Lage, egal welches Geschlecht. Ich habe nichts zu verlieren, daher werde ich die nächsten zwei Jahre auf Risiko gehen und viel ausprobieren anstelle mich auf bestehende Muster zu verlassen. Denn damit bin ich bisher weit gekommen, ich will aber auf jeden Fall noch weiter“, so Salchow.

Isabel Gose verlässt die EM mit fünf Medaillen, auch Maya Werner darf feiern

Insgesamt 9,9 Kilometer hat Isabel Gose bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) im Wettkampf absolviert, keine andere Frau im Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) war in diesen EM-Tagen derart fleißig. Am letzten Tag der Titelkämpfe hatte die 24-Jährige vom SC Magdeburg trotzdem noch genug Kraft, um nach zweimal Gold im Freiwasser und zweimal Silber im Becken ein weiteres Mal aufs Treppchen zu kraulen.

Über 400m Freistil gewann Gose wie schon zuvor über 800m und 1500m Freistil erneut Silber in 4:02,41 Minuten. Ihre Vereinskollegin Maya Werner wurde mit persönlicher Bestzeit von 4:03,73 Dritte und sicherte sich so ihre dritte Bronzemedaille. Erstmals seit 1997 standen über 400m Freistil also zwei deutsche Schwimmerinnen auf dem EM-Podium. Den Titel holte sich wie schon auf den anderen beiden Langstrecken die Italienerin Simona Quadarella mit neuem Meisterschaftsrekord von 4:01,34 Minuten.

Isabel Gose mit toller EM-Bilanz, aber Platz zwei „tut weh“

„Fünf Strecken, fünf Medaillen, ich kann mich wirklich nicht beschweren. Trotzdem kratzt es natürlich ein bisschen am Ego“, meinte Gose, nachdem sie gegen ihre Dauerrivalin also wieder das Nachsehen hatte. „Zweimal ist okay, ein drittes Mal tut echt weh. Die Zeit ist okay, ich glaube nach dem Pensum war das schon in Ordnung. Ich muss es so hinnehmen“, so die Magdeburgerin. Nach 100m war Gose mit einer Tempoverschärfung an die Spitze gegangen, Werner und Quadarella in ihrem Schlepptau. So lautete die Reihenfolge auch noch bis 350m, ehe die Italienerin attackierte und sich von Platz drei noch ganz nach vorne schob.

Trotzdem ist Goses erneutes Edelmetall eine starke Leistung gerade auch angesichts der enormen Vorbelastung durch die vorherigen Rennen. „Vielleicht sollte ich jetzt nochmal 100 Meter maximal schwimmen, um die zehn Kilometer voll zu machen“, scherzte sie selbst. Und gestand: „Die körperliche Belastung mal hinten angestellt, war es auch mental nicht einfach. Diese ganze Nervosität davor, dieser Abfall nach den Rennen, die Emotionen, die da jedes Mal hochkommen, eine Achterbahnfahrt der Gefühle über anderthalb Wochen. Die ein, zwei Tage Pause zwischen den Rennen haben da wirklich immer mal ganz gutgetan. Ich brauche jetzt erstmal Urlaub und dann starten wir mit neuen Zielen und Träumen in die neue Saison.“

Maya Werner schielt jetzt sogar auf den deutschen Rekord

Ganz neue Ziele darf sich nach den starken Auftritten in der französischen Hauptstadt auch Maya Werner setzen. Isabel Gose adelte sie am Sonntag und hielt es nicht mehr für unmöglich, dass ihre drei Jahre jüngere Trainingskollegin vielleicht bald sogar in Richtung ihres deutschen Rekords (4:02,14) geht. „Das ehrt mich riesig, so positive Worte zu hören, und natürlich ist es irgendwann ein Ziel von mir, auch mal einen deutschen Rekord zu brechen“, meinte Werner selbst. „Ich glaube, davon träumt man als kleines Mädchen schon. Aber ich denke, da muss ich jetzt erst noch an mir arbeiten.“

Ihre riesigen Fortschritte waren in Paris jedenfalls offensichtlich, entsprechend zufrieden äußerte sich die 21-Jährige über ihr drittes Edelmetall. „Die Zeit bedeutet mir mega viel, die Medaille auch“, sagte sie. „Hinten raus war es ganz schön hart, aber so soll es ja auch sein. Ich glaube, so ein Pensum habe ich bei keinem Wettkampf bisher geschafft und auch so gut durchzukommen. Ich bin sehr happy, wie die Woche gelaufen ist und kann mit Zuversicht in die neue Saison starten.“

Zumal sie in diesem Jahr mit einigem Verletzungsausfall zu kämpfen hatte, was die EM-Auftritte umso stärker macht. „Jetzt so schnell wieder zurückzukommen und vorne anzukommen und die Bestzeiten zu schlagen, ist einfach toll. Das hätte ich nicht gedacht und das hätten meine Trainer nicht gedacht. Da haben wir wirklich gute Arbeit geleistet in den letzten Monaten“, freute sich Werner.

Anna Elendt wird Fünfte im spannendsten EM-Finale der Geschichte

Auf allen drei Bruststrecken hatte es Anna Elendt (SG Frankfurt) in Paris ins Finale geschafft, so auch am Schlusstag im 50m-Sprint. In 30,35 Sekunden wurde sie dort erneut Fünfte, nach zuvor schon Platz fünf über 200m Brust und Rang sieben über die 100m-Distanz. „Der 50er ist immer so schnell vorbei, da macht man einen kleinen Fehler und ist hinten. Ich habe die Zeit vom Halbfinale nochmal bestätigen können und bin glücklich damit“, sagte sie.

Elendt war die erste Deutsche seit 2014 in einem EM-Finale über 50m Brust – damals war Dorothea Brandt ebenfalls Fünfte geworden. „Für Olympia fokussiere ich mich auf die 100 und die 200 Meter“, sagte sie trotzdem, „bei den 50ern müssen wir schauen, ob wir das drin lassen.“

Den Titel schnappte sich im knappsten EM-Finale der Geschichte auf dieser Strecke Ruta Meilutyte (LTU) in 23,93 Sekunden. Die Weltmeisterin lag beim Anschlag nur eine Hundertstel vor Benedetta Pilato (ITA/23,94) und diese nur eine weitere Hundertstel vor Mona McSharry (IRL/29,95).

Staffelschwimmerinnen zum EM-Abschluss nochmal topfit

Später am Abend war Elendt mit der 4x100m-Lagenstaffel noch ein weiteres Mal im Einsatz und absolvierte dort die Bruststrecke in 1:05,83 Minuten. Zusammen mit Rückenschwimmerin Lise Seidel (SC Chemnitz/1:00,71), Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin/56,26) auf der Schmetterlingsstrecke und Nina Holt (SC Magdeburg/53,41) auf dem abschließenden Kraulabschnitt wurde es dort im letzten Frauenfinale dieser Titelkämpfe Platz vier in 3:56,21 Minuten.

Alle vier schwammen damit so schnell wie in der ganzen Woche noch nicht – und auch insgesamt war das DSV-Quartett damit flotter unterwegs als bei der WM im vergangenen Jahr. Zum deutschen Rekord aus der Zeit der Hightech-Anzüge (3:55,79) fehlten lediglich vier Zehntel. Den Titel schnappte sich die Frauen aus Großbritannien mit Meisterschaftsrekord von 3:53,50, die sich auf den letzten Metern noch an den lange Zeit führenden Italienerinnen (3:53,60) vorbeischoben.

„Ich freue mich sehr, dass es jetzt nochmal die schnellste Zeit geworden ist in dieser Woche, damit kann man sehr zufrieden sein“, meinte Seidel. Ähnlich sah es auch Köhler: „Es war ganz schön wellig, weil wir da richtig den Druck von den Italienerinnen abbekommen haben. Das macht es nicht leicht, ordentlich zu schwimmen, vor allem bei Delfin und bei Brust, weil man da einen guten Rhythmus braucht. Aber mit 56,2 bin ich auf jeden Fall zufrieden. Ich habe hier eine tolle Woche gehabt“, so die Berlinerin, die im Einzel EM-Silber geholt hatte.

15.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Fabel-Weltrekord

Johannes Liebmann flog mit Weltrekord zum zweiten Gold

Dass das Publikum im Centre Aquatique Olympique an diesem Samstag komplett in Ekstase gerät, war geradezu zu erwarten. Schließlich konnte Frankreich mit seinem Schwimmstar Leon Marchand über 200m Schmetterling endlich dessen ersten Sieg bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) feiern. Wenige Minuten später ließ ein Deutscher die knapp 5.000 Menschen in der Arena dann aber gleich noch einmal richtig ausrasten. Denn Johannes Liebmann kraulte über 1500m Freistil mit einem fabelhaften Weltrekord zu seinem zweiten Gold.

In 14:26,79 Minuten unterbot der 19-Jährige vom SC Magdeburg deutlich den bisherigen Weltrekord von Bobby Finke (USA/14:30,67), aufgestellt bei dessen Olympiasieg vor zwei Jahren. Hinter Zalan Sarkany (HUN/14:39,45) erkämpfte Oliver Klemet (SG Frankfurt) in 14:40,64 Minuten Bronze und damit seine erste internationale Einzelmedaille im Beckenschwimmen. Zuvor hatte der 24-jährige Sportsoldat bekanntlich bereits Gold und Bronze beim Freiwasserschwimmen in der Seine gewonnen.

Im Hotelzimmer wurde der Weltrekord vorher thematisiert

Liebmann und Klemet bewohnen im Teamhotel das gleiche Zimmer. Sie hätten sich am Abend vor dem Rennen die Zwischenzeiten des Weltrekords mal ein wenig angeschaut, verriet Klemet. Offenbar löste das bei Liebmann etwas aus. Von Beginn an drückte der Youngster gnadenlos aufs Tempo und lag so gleich auf Weltrekordkurs. Die erste 200m schaffte er in 1:52,43 Minuten, nach nur 3:48,38 waren dann 400m absolviert. Bei 800m wendete er nach 7:40,85 – eine Zeit, die im Einzelrennen drei Tage zuvor zu Gold gereichte hätte. Liebmann war dort bereits Europarekord geschwommen.

Nun aber setzte Liebmann die Tempohatz immer weiter unbeirrt fort, mit der Präzision eines Uhrwerks. In der Arena schwoll die Stimmung dadurch immer mehr an und entlud sich beim Anschlag in krachendem Jubel samt Standing Ovations. Allen war hier bewusst, dass sie gerade eine Sternstunde des Schwimmsports miterlebt hatten.

„Ich wollte so schnell angehen und das Tempo so lange wie möglich hochhalten. Das hat am Ende auch echt wehgetan. Und als ich auf den letzten 200 Metern alle Zuschauer stehen sehen habe, wusste ich, hier passiert irgendwas“, erzählte Liebmann über sein Rennen. „Besser hätte es wirklich nicht laufen kann, die Zeit ist unheimlich schnell. Damit habe nicht gerechnet.“ Direkt nach dem Rennen konnte er die Tragweite seiner grandiosen Leistung selbst noch lange Zeit gar nicht richtig fassen. „Was in mir vorgeht, weiß ich selbst noch nicht genau. Es ist auf jeden Fall viel“, gestand er.

Was Johannes Liebmann sich von Florian Wellbrock abschaute

Mit diesem Erfolg machte es Liebmann zudem seinem Magdeburger Vereinskollegen und Vorbild Florian Wellbock nach, der bei der EM 2018 in Glasgow (GBR) über 1500m gewonnen hatte. Zudem ist der Abiturient erst der zweite deutsche Weltrekordler auf der längsten Strecke nach Jörg Hoffmann 1991.

Nach seinen Stärken befragt, verweist Liebmann übrigens sehr gern auch auf Wellbrock, der ihm seit dem Wechsel in die Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn vor rund 18 Monaten immer wieder gute Tipps gegeben habe. „Technisch habe ich mir viel von Flo abgeguckt, da bin ich auf einem sauberen Level“, sagte Liebmann. „Und auch bei den Wenden bin ich ziemlich stark. Ich habe die Ausdauer, so auch bei den langen Strecken immer richtig gut zu treffen.“ Wer Liebmann am Samstag schwimmen sah, kann das nur ausdrücklich bestätigen.

Oliver Klemet gewinnt erste internationale Medaille im Becken

„Es hatte sich im Training angedeutet, dass es schnell werden kann“, lobte auch Klemet seinen jungen Teamkollegen. „Aber dass es so schnell und so deutlich unter Weltrekord wird, ist unglaublich. Das war ein perfektes Rennen.“

Doch auch mit der eigenen Performance konnte der Hesse mehr als zufrieden sein. „Ich wusste, dass Johannes vorn sehr schnell angehen wird und ich da nicht mitgehen sollte. Ich habe versucht mein eigenes Rennen zu machen. Am Ende habe ich sogar den Ungarn noch eingeholt, aber leider nicht mehr überholt“, so Klemet. „Ich habe nun meine erste internationale Medaille im Becken gewonnen, bin fast Bestzeit geschwommen nach den ganzen Freiwasserrennen, das ist schon sehr gut. Ich bin zufrieden.“ Beide Deutsche starten zum EM-Abschluss am Sonntag übrigens noch über 400m Freistil.

Lukas Märtens holt sich mit Staffelsilber den Boost fürs EM-Finale

Mit deutschem Rekord von 7:25,43 Minuten hat die 4x200m-Freistil-Mixedstaffel des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) mit Lukas Märtens (SC Magdeburg/1:46,73), Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:45,87), Linda Roth (SC Magdeburg/1:57,18) und Maya Tobehn (Dresdner SC 1898/1:55,65) am Samstag bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) die Silbermedaille gewonnen. Gold im schnellsten EM-Rennen der Geschichte ging mit neuem Meisterschaftsrekord von 7:24,13 nach Großbritannien, Bronze an die Neutralen Athlet*innen aus Russland (7:26,35), die ebenfalls noch unter dem bisherigen Championship-Rekord blieben.

Nachdem es tags zuvor im 200m-Einzelfinale nicht wie erhofft gelaufen war, tankte Lukas Märtens mit seiner nun schon zweiten Staffelmedaille in Paris noch einmal Selbstvertrauen vor seinem Hauptrennen über 400m Freistil am Sonntag. „Das war ein sehr ordentliches Rennen. Ich habe ja morgen noch eine kleine Aufgabe vor mir, deshalb bin ich super happy, dass mir das nochmal einen kleinen Boost geben konnte nach gestern. Wenn es beim Einzel nicht sein sollte, klappt es übers Team“, sagte Märtens. „Es macht mich unfassbar stolz, dass wir auch da mittlerweile so stark aufgestellt sind. Da brauchen wir uns nicht mehr zu verstecken.“

Zweite Staffelmedaille auch für Bäschnitt – Roth und Tobehn dürfen endlich jubeln

Auch für Jarno Bäschnitt war es nach Bronze zum Auftakt mit den 4x200m-Freistilmännern schon die zweite EM-Medaille von Paris. „Das ist wieder ein überwältigendes Gefühl“, meinte der Bochumer, der die schnellste Zeit des DSV-Quartetts ablieferte. „Ich muss mich bei Lukas bedanken, dass er in Führung liegend an mich abgegeben hat. Und ich hatte mir vorgenommen, dass, wenn er das tut, ich diese Position halte. Ich konnte das Rennen mit langen Zügen beginnen und hintenraus dann nochmal beschleunigen.“

Die deutschen Frauen hatten am Montag die Medaille über 4x200m Freistil noch hauchdünn um eine Hundertstel verpasst, umso größer war jetzt die Freude bei Linda Roth und Maya Tobehn. „Das ist meine erste EM-Medaille und ich bin superglücklich, sie mit dem Team zu ergattern. Das gibt Ansporn für morgen“, meinte Roth, die am Sonntag ebenfalls noch die 400m Freistil absolviert. Schlussschwimmerin Tobehn sagte: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich bin ein bisschen sprachlos, jetzt am Ende nach so vielen 200ern nochmal so ein Ding rauszuhauen. Besser geht’s nicht!“ Als Schlussschwimmerin konnte Tobehn die DSV-Staffel so noch von Platz drei auf den Silberrang nach vorne bringen.

Melvin Imoudu will nach EM-Platz sechs weiter Gas geben

Eine weitere Top-Platzierung in Paris erreichte Melvin Imoudu (Potsdamer SV). Über 50m Brust wurde er in 26,87 Sekunden Sechster, es gewann Nicolo Martinenghi (ITA) in 26,57.

Genau bei dieser Zeit liegt auch Imoudus deutscher Rekord, weswegen der Brandenburger mit seinem Ergebnis auch nicht ganz zufrieden war mit Blick darauf, das vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre. „Es war ein schwieriges Rennen. Ein sechster Platz bei einer EM ist nicht so schlecht, aber ich habe mir mehr ausgemalt“, sagte er. Trotzdem geben die Auftritte in Paris – über 100m Brust war er zuvor Vierter geworden – Rückenwind in Richtung Olympia. „Ich werde weiterhin Gas geben. Es sind noch zwei Jahre bis LA, bis dahin gibt es noch einige Sachen, an denen wir arbeiten können.“ 2028 in Los Angeles (USA) werden die 50m-Distanzen dann erstmals olympisch. „Man sieht schon jetzt, wie das Niveau nochmal deutlich gestiegen ist“, so Imoudu.

Anna Elendt schwimmt ins dritte Pariser Finale

Im Finale über 50m Brust steht am Sonntag auch Anna Elendt (SG Frankfurt). Mit 30,34 Sekunden erreichte sie im Halbfinale die fünftbeste Zeit, Schnellste der Vorschlussrunde war Benedetta Pilato (ITA/29,84). Damit steht erstmals seit 2014 wieder eine Deutsche bei einer EM im 50m-Brust-Finale. Damals war Dorothea Brandt Fünfte geworden.

„Ich war ein bisschen hektisch, beim Anschlag ist auch noch was drin. Wenn morgen alles passt, kann mir vorstellen, nochmal ein bisschen schneller zu schwimmen“, sagte Elendt. Über 200m Brust war sie bei diesen Titelkämpfen bereits Fünfte, über 100m Brust Siebte. „Ich weiß nicht, ob ich genügend 50 trainiert habe für eine Zeit unter 30, aber bei den 50 Metern ist alles möglich“, sagte die Frankfurterin. Vielleicht sogar ihre erste EM-Medaille auf der Langbahn.

Französin Moluh schwimmt wieder Europarekord

Für Yara Fay Riefstahl (SC Chemnitz/200m Schmetterling), Finn Hammer (SG Essen/200m Lagen) sowie Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) und Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/beide 100m Rücken) war am Samstagabend jeweils im Halbfinale Endstation. Insbesondere Jahn mit neuer Bestzeit von 53,84 Sekunden und Lagenschwimmer Hammer, der mit 1:59,52 Minuten ebenfalls so schnell war wie nie zuvor, waren aber zu Recht sehr zufrieden mit ihren Leistungen in Paris. „Ich bin hier Bestzeit geschwommen über 200m Rücken, über 100m Rücken ebenfalls, dazu an Tag eins das Highlight mit der Staffelmedaille – ich bin super happy“, sagte Jahn.

Für einen weiteren Europarekord sorgte bei den Frauen auf der Rückenstrecke zur Freude des heimischen Publikums die Französin Mary-Ambre Moluh. Mit 57,94 Sekunden war sie über 100m Rücken nochmal fünf Hundertstel schneller als am Dienstag als Startschwimmerin der 4x100m-Lagen-Mixedstaffel.

14.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Medaillen

Angelina Köhler strahlt mit ihrer EM-Medaille um die Wette 

In den vergangenen Tagen hatte man Angelina Köhler bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) ungewöhnlich ernst erlebt, oder sollte man besser sagen: hochkonzentriert. Alles war auf dieses eine Rennen ausgerichtet – das Finale über 100m Schmetterling, in dem sich die Schwimmerin der SG Neukölln Berlin ihren großen Traum von der ersten EM-Medaille erfüllen wollte. Als es am Freitagabend so weit war und der Traum Wirklichkeit wurde, sprudelten die Emotionen dafür umso mehr aus ihr heraus. „Ich habe alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Es war knapp klar, aber es war so geil. Ich bin so gut rangekommen, habe so gefightet, es hat einfach nur Spaß gemacht“, jubelte sie.

Bei der Siegerehrung strahlte die 25-Jährige mit ihrer Medaille um die Wette. Es war das erste Edelmetall für eine deutsche Schwimmerin über 100m Schmetterling seit 33 Jahren, seit Silber und Bronze durch Franziska van Almsick und Bettina Ustrowski bei der EM 1993 in Sheffield (GBR). Schneller war in Paris nur die Belgierin Roos Vanotterdijk (56,08), die ihren Titel damit verteidigte.

„Ich bin richtig stolz, das war ein tolles Rennen, ein phänomenales Rennen“, sagte Köhler. „Endlich habe ich auf den letzten Metern auch wieder meine Stärke ausspielen können, dieses Rankämpfen. Das bedeutet mir alles, mehr als die Medaille.“ Nachdem im Vorjahr vor allem die Schnelligkeit für die 50m im Fokus standen, waren sie und ihr Coach Lasse Frank in dieser Saison zurück zu den Wurzeln gekehrt und hatten im Training wieder deutlich mehr Kilometer geschrubbt. „Das Kernelement war auf jeden Fall die Grundausdauer. Vor allem halt diese harten Sets, diese zweite Bahn – die haben wir trainiert bis zum Abwinken“, so Köhler.

Positive Gedanken und veränderte Ernährung als Schlüssel zum Erfolg

Auch in Sachen Ernährung stellte sie einiges um. „Ich bin ja schon so eine Süßmaus, sage ich mal. Ich esse sehr, sehr gerne Schokolade, Gummibärchen, süße Getränke, da bin ich nicht immer so ein gutes Vorbild. Aber da habe ich jetzt wirklich alles umgestellt und esse nur das Nötigste. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“ Und auch mental war sie zum Finale topfit. „Wir sind meine Routinen durchgegangen. Wir haben gesagt: Du kannst das, du schaffst das – positive Bestätigung. Ich sage immer, ich muss gefühlvoll schwimmen und rational denken. In meinen gesunden Mustern bleiben. Die schlechten Gedanken zulassen, aber die einen nicht bestimmen lassen. Das Halbfinale war nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte. Aber das konnte ich jetzt alles hinter mir lassen und frei drauflos schwimmen.“

Den verdienten Champagner zur Belohnung wird sie allerdings erst am Sonntagabend öffnen, schließlich steht vorher noch die Lagenstaffel an. „Da freue ich mich schon drauf, da wird der Pool noch mal richtig gerockt“, sagte sie und strahlte dabei schon wieder.

Anna Elendt bleibt nur knapp über ihrem deutschen Rekord

Ebenso wie Angelina Köhler wird am Schlusstag der Pariser Titelkämpfe auch Anna Elendt noch in der Lagenstaffel antreten, schon morgen außerdem über 50m Brust. Am Freitag kam die Frankfurterin über 200m Brust mit 2:23,81 Minuten auf Rang fünf, es siegte Evgeniia Chikunova (NAB) in 2:19,32. „Ich habe mir natürlich gewünscht nochmal ein bisschen schneller zu sein, aber vorne auf den ersten 50 habe ich auch gemerkt, dass ich noch ein bisschen zu langsam war. Ein bisschen zu vorsichtig, weil ich Angst hatte, dass ich es vielleicht hintenraus nicht ganz stehen kann. Im Endeffekt hatte ich hinten aber Luft“, sagte Elendt.

Und meinte weiter: „Wenn ich nochmal schwimmen durfte, würde ich es vielleicht etwas anders machen. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit meiner Zeit.“ Das darf sie auch, schließlich blieb sie damit nur eine Viertelsekunde über ihrem eigenen deutschen Rekord. Und das, obwohl sie diese Saison primär als ein Trainingsjahr betrachtet, auf dem Weg zu noch größeren Zielen bis Olympia 2028 in Los Angeles (USA).

Melvin Imoudu sichert sein zweites Finalticket

Auch ein anderer Brustschwimmer aus dem Team des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) macht bei diesen Europameisterschaften mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam. Nach Platz vier über 100m Brust steht Melvin Imoudu (Potsdamer SV) jetzt auch über die halb so lange Distanz im EM-Finale. Mit 26,83 Sekunden erreichte er als Achter den Endlauf, sein Vereinskollege Malte Gräfe kam bei seiner ersten EM-Teilnahme auf Rang elf (27,07).

„Der Startübergang war nicht so bombig wie heute morgen, dafür hat der Anschlag ein bisschen besser geklappt. Aber der Start ist bei 50 einfach entscheidend. Ich habe mit ein bisschen mehr gerechnet, aber so sind die 50 Meter halt – sie sind ein bisschen unberechenbar. Ich bin froh, dass ich den Platz im Finale sichern konnte und werde morgen mein Bestes geben und um eine Medaille schwimmen“, sagte Imoudu. Favoriten sind dann die Italiener Simone Cerasuolo (26,23) und Nicolo Martinenghi (26,62).

Vorfreude auf die Lagenstaffel bei Lise Seidel

Im Halbfinale über 100m Rücken blieb Lise Seidel (SC Chemnitz) mit 1:00,75 Minuten nur eine Zehntel über ihrer Bestzeit und wurde Elfte. „Wir hatten versucht, die ersten 50 reinzusteigern, hinten hat es dann doch nicht gereicht. Das kommt auch einfach von den dreimal 200, die ich schon in den Knochen habe. Und da merkt man einfach, dass das Stehvermögen hintenraus einfach noch nicht reicht, Da zählt natürlich auch der ganze Trainingsausfall mit rein“, erinnerte Seidel an das schwierige Frühjahr mit gesundheitlichen Problemen und den Abiturprüfungen als zusätzlicher Herausforderung neben dem Sport. Auch sie wird am Sonntag übrigens noch die Lagenstaffel bestreiten und rechnet sich dort zum Abschluss nochmal einiges aus. „Staffelschwimmen ist nochmal was ganz anderes, da hat man noch viel mehr Adrenalin. Deswegen hoffe ich, dass es da einfach noch einmal ein bisschen schneller geht.“

Nächstes Medaillen-Doppel von Isabel Gose und Maya Werner

Die besonderen Momente im Leben noch einmal erleben zu können, das wünschen sich viele. Isabel Gose und Maya Werner ist es am Freitag tatsächlich gelungen. Nach den 1500m Freistil bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) standen die beiden Schwimmerinnen vom SC Magdeburg wie drei Tage zuvor schon nach dem 800m-Rennen gemeinsam mit Silber und Bronze auf dem Siegerpodest. Gold ging in 15:46,22 Minuten erneut an Simona Quadarella (ITA) vor Gose (15:49,31) und Werner (15:52,50).

Gose hat nach zweimal Gold beim Freiwasserschwimmen und insgesamt nun schon über neun Wettkampfkilometern damit bereits vier EM-Medaillen gewonnen. Auch wegen dieser enormen Belastung wusste die Olympiadritte von 2024 auf dieser Strecke das Ergebnis für sich gut einzuordnen. „Seit zwei Jahren endlich mal wieder unter 15:50. Wieder in Paris. Ich gIaube, diese Stadt bringt mir ein bisschen Glück. Ich kann mich nicht beschweren mit dieser Vorbelastung“, sagte die 24-Jährige, die am Sonntag über 400m Freistil sogar noch ein weiteres EM-Rennen vor sich hat. „Ich muss mir eingestehen, dass Simona letzte und diese Saison doch ein bisschen stärker war als ich. Allein, was sie jetzt vor den Europameisterschaften schon in den Wettkämpfen gemacht hat, war wirklich saustark. Ich bin super happy mit meiner Zeit.“

Maya Werner 24 Sekunden unter Bestzeit

Quadarella hatte trotz großer Hitze überall in Frankreichs Hauptstadt von Anfang an bedingungslos aufs Tempo gedrückt, war die ersten 400 Meter mit 4:07 Minuten genauso schnell angegangen wie beim 800m-Rennen. Einzig Gose konnte da noch mithalten, erst bei 900 Metern entstand dann die entscheidende Lücke. Hinter dem Führungsduo spulte Werner ihr Rennen schon relativ früh im Alleingang ab, die 21-Jährige verbesserte ihre Bestzeit dabei um fast 25 Sekunden. „Es läuft einfach. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, wie schnell ich unterwegs bin“, sagte Werner. „Das macht mich schon stolz, weil die 1500 Meter noch neu in meinem Programm sind. Dass ich da gleich so konkurrenzfähig bin, gibt ein gutes Gefühl.“

Weniger zufrieden mit sich und seiner Leistung war an diesem Tag dagegen ein anderer Athlet aus der so erfolgreichen Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn. Im Finale über 200m Freistil konnte sich Lukas Märtens den Traum von der ersten internationalen Medaille auf dieser Nebenstrecke nicht erfüllen. In 1:45,58 Minuten war der 400m-Weltrekordler rund eine Dreiviertelsekunde langsamer als im Halbfinale am Vorabend unterwegs und belegte damit Rang sieben. Hinter dem Olympiasieger David Popovici (ROU/1:44,55) ging weiteres Edelmetall stattdessen an Tomas Navikonis (LTU/1:44,55) und James Guy (GBR/1:44,87).

Lukas Märtens auf der Suche nach dem Killerinstinkt

„Das Rennen war schon vorbei, da war ich gefühlt noch gar nicht richtig im Wasser. Ich bin vom Kopf entweder 100 Prozent da oder Null. Gestern war alles da, aber heute gar nichts“, erklärte Märtens. „Aber so ist Sport. Heute waren andere Leute einfach besser, das muss ich akzeptieren. Auf den 200 Metern muss ich einfach noch stabiler sein, über 400 Meter habe ich den Killerinstinkt. Ich werde weiter hart arbeiten.“ Erst am Sonntag steht dann Märtens‘ Hauptrennen über seine Weltrekordstrecke 400m Freistil auf dem EM-Programm.

Das Kontrastprogramm zu Märtens in Sachen Emotionen lieferte Julianna Dora Bocska. Im Halbfinale über 50m Freistil drückte die 20-Jährige von der SG Essen ihre Bestzeit um gleich zwei Zehntelsekunden auf 24,83 Sekunden, das reichte zu Rang 13. „Aufgeregt war ich schon, aber ich habe versucht es als positive Energie zu sehen und einfach alles aufzusaugen und Spaß zu haben“, sagte die EM-Debütantin. „Besser hätte es nicht laufen können. Und ich glaube, nun kann ich mit Zuversicht in die nächste Saison gehen.“

Sarah Sjöström kann Samstag Franzi van Almsick überflügeln

Während Bocska sich über die Annäherung an die Spitze freute, schwamm Superstar Sarah Sjöström (SWE/23,83) die schnellste Halbfinalzeit. Kurz vor ihrem 33. Geburtstag und ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes Adrian kann sie nun am Samstag ihren 19. EM-Titel gewinnen. Sie hätte dann einen mehr als Deutschlands Schwimmlegende Franziska van Almsick.

13.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Gute Ergebnisse und Platzierungen

Kaii Liam Winkler schafft bei der EM in Paris den nächsten Entwicklungsschritt

Als mehrfacher Olympiasieger, Welt- und Europameister gehört Kristof Milak längst zu den Weltstars des Schwimmsports. Bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) untermauerte der 26-jährige Ungar diesen Status nach einem Pausenjahr sehr eindrucksvoll. So als hätte es die kolportierten Motivationsprobleme nie gegeben. Am Donnerstag siegte Milak erst mit neuem Europarekord über 100m Schmetterling (49,48 Sekunden), später führte er Ungarns Staffel über 4x100m Freistil zum Sieg mit Meisterschaftsrekord (3:10,03).

In beiden Finals war mit Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) auch ein 20 Jahre junger Deutscher vertreten, der mit jeweils sechsten Plätzen wichtige Schritte in seiner Entwicklung vollzog. Als das in den USA geborene Talent vor zwei Jahren kurz vor den Olympischen Spielen in Paris (FRA) die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, freuten sich die Verantwortlichen im Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) vor allem über dessen langfristige sportliche Perspektive. Nach einem Staffeleinsatz bei der WM in Singapur zeigt sich in diesem Jahr nun erstmals deutlich Winklers riesiges Potenzial.  

Kaii Liam Winkler staunt über Muskelmasse der Rivalen

In seinem ersten internationalen Einzelfinale blieb der 1,97 m große Schlaks in 51,08 Sekunden nur knapp über seinem im Juni aufgestellten deutschen Rekord (50,92). „Meine Unterwasserarbeit war heute nicht ganz optimal. Insgesamt habe ich hier aber drei gute Läufe abgeliefert“, sagte Winkler. „Und beim Blick auf die Topleute vorn habe ich hier auch gesehen, dass ich noch viel Arbeit vor mir habe. Was die für große Oberschenkel haben für die Kicks, da muss ich in den kommenden Jahren noch einiges nachlegen.“

An der Seite von Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg/48,62 Sekunden), Julian Koch (SG Essen/47,98) und Ole Mats Eidam (Potsdamer SV/48,72) kam Winkler (47,88) mit der Staffel in 3:13,20 Minuten auf Rang sechs. Angesichts der Tatsache, dass hier bis auf den deutschen Rekordhalter Salchow, in diesem Jahr durch Studienabschluss und Berufseinstieg nicht ganz auf gewohntem Niveau, drei EM-Debütanten schwammen, ist das ein tolles Ergebnis. „Ich ärgere mich schon etwas. Wenn ich an meine Bestzeit herankomme, wäre sogar deutscher Rekord möglich gewesen“, lobte Salchow seine jungen Kollegen.

Platz acht für Brustschwimmer Lucas Matzerath

Mit Lucas Matzerath (Team Bochum) schwamm erstmals seit 2016 auch ein Deutscher im EM-Finale über 200m Brust. In 2:10,67 Minuten blieb der 26-Jährige nur sechs Zehntel über der im Halbfinale aufgestellten Bestzeit und belegte Rang acht. „Ich bin trotzdem zufrieden. Ich konnte diesmal ein bisschen was versuchen, hintenraus leider nicht ganz so mithalten. Aber ich habe viel gelernt, viel mitgenommen“, meinte Matzerath. Gold ging an Filip Nowacki (GBR/2:07,70).

Sein erstes Einzelfinale sicherte sich zudem Olympiasieger und Weltmeister Lukas Märtens. Über 200m Freistil kraulte der 24-Jährige vom SC Magdeburg mit 1:44,79 Minuten die zweitschnellste Zeit hinter 100m-Europameister David Popovici (ROU/1:44,56). „Ich denke, ich habe das heute Nachmittag solide gemacht, bin die ersten 100 Meter etwas langsamer angegangen, dafür die zweiten 100 Meter dann deutlich schneller. Das wird auch das Ziel sein fürs Finale“, sagte Märtens.

Nach Staffelbronze zum Auftakt ist eine 200m-Medaille das erklärte Ziel, der von seiner US-Reise mit Florian Wellbrock zurückgekehrte Bundestrainer Bernd Berkhahn ging daher gleich am Beckenrand in die Analyse mit seinem Topathleten. „Ich bin die 200 international zwar schön öfter geschwommen aber noch nie so, dass ich auf den Punkt sagen konnte, mehr geht nicht, dass das meine absolute Bestleistung ist, und das will ich morgen schaffen und allen zeigen“, betonte Märtens.

Jarno Bäschnitt (Team Bochum) verpasste den Finaleinzug mit neuer persönlicher Bestzeit (1:45,76) als Zehnter nur knapp. „Über die Zeit bin ich sehr, sehr happy. Ich konnte nochmal gut auf der Staffelzeit aufbauen“, sagte der 21-Jährige. „Wir haben diese Saison versucht, im Training wirklich jeden Aspekt nochmal anzufassen und alles ein paar Prozent besser zu machen als letzte Saison.“ Das ist ihm nicht nur wegen Staffelbronze zweifellos gelungen.

Linda Roth wandelt in Paris auf den Spuren einer Schwimmlegende

Die große Franziska van Almsick war 24 Jahre alt, als sie 2002 ihre Bestzeit über 200m Freistil aufstellte: 1:56,64 Minuten, was damals Weltrekord bedeutete. Linda Roth ist jetzt 18 Jahre jung und bereits schneller, als es „Franzi“ auf dieser Strecke jemals war. 1:56,46 war die Magdeburgerin bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) im Halbfinale geschwommen, einen Tag später konnte sie diese Leistung noch einmal bestätigen und kam im Endlauf mit 1:56,71 auf einem starken vierten Platz ein. Nach Gold bei der Junior*innen-EM in München auf dieser Strecke erreichte sie bei ihrer ersten EM in der offenen Klasse damit auf Anhieb ein Spitzenergebnis.

„Ich bin super zufrieden“, freute sie sich. „Ich habe mich gestern auch schon so über den Einzug in das Finale gefreut und wollte heute dann einfach versuchen, es zu genießen, Spaß zu haben und Erfahrungen zu sammeln.“ Dabei ging sie das Rennen mutig an, hielt sich von Beginn an im Vorderfeld auf und ließ auch auf der zweiten Bahn nicht nach. Den Titel sicherte sich die Tschechin Barbora Seemanova mit neuem Meisterschaftsrekord von 1:54,38 Minuten, die sich auf den letzten Metern noch an Marrit Steenbergen (NED/1:54,65) vorbeischob. Bronze ging an Freya Colbert (GBR/1:55,81).

Zum Van-Almsick-Vergleich meinte Linda Roth: „Sie ist in Deutschland ein sehr großes Vorbild. Und dass ich jetzt schon mit meinen jungen Jahren schneller als sie bin, macht mich auf jeden Fall umso glücklicher.“ Ebenso beeindruckend wie die schnellen Zeiten ist auch die Konstanz, mit der die Teenagerin diese in Paris ins Becken bringt. Die Grundlagen dafür hat sie in den vergangenen Monaten in Magdeburg gelegt. „Wir trainieren sehr hart. Wir trainieren auch darauf hin, viele Starts zu haben, immer voll da zu sein und immer alles zu geben“, erklärte sie.

Wechsel nach Magdeburg sorgte für Leistungsschub

Zu Beginn der Saison war Roth dorthin in die Top-Gruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gewechselt, trainiert dort seitdem mit Assen wie Lukas Märtens, Isabel Gose oder Florian Wellbrock. „Die Trainingsgruppe ist super. Ich habe mich auch echt schnell weiterentwickelt. Man merkt es mit den ganzen großen Namen, wie gut es ist, dass man sich auch mal im Training battlen kann. Sie geben mir so viel mit, auch wenn ich mal nervöser bin, und supporten mich als Küken der Trainingsgruppe sehr“, sagte Roth.

Angelina Köhler schmettert als Zweite ins Finale

Nach diesem erfrischenden Auftritt werden die Frauen des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) auch am Freitag wieder in mehreren Entscheidungen vertreten sein. Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin) als Zweite des Halbfinals über 100m Schmetterling und Anna Elendt (SG Frankfurt) als Fünfte über 200m Brust gehen dann ebenso mit Medaillenchancen ins Rennen wie über 1500m Freistil Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg), die bereits am Vormittag das Endlaufticket auf den Rängen drei (Gose/16:10,51 Minuten) und sechs (Werner/16:17,78) gelöst hatten.

Gerade Köhler will sich von der Aussicht auf Edelmetall aber nicht verrückt machen lassen. „Ich muss rational bleiben und darf mich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen. Ich muss jetzt straight geradeaus gucken und auf meine Handlungsziele achten und nicht so sehr auf die Medaillen abdriften – und dann schauen wir mal, was es morgen wird“, so die 25-Jährige, die über 50m Schmetterling EM-Sechste war, über die doppelt so lange Distanz 2024 aber auch schon Weltmeisterin.

Mit ihrer Zeit im Halbfinale von 56,79 Sekunden war sie jedenfalls zufrieden. „Das war super“, sagte die Berlinerin. „Ich bin ein bisschen verhalten angegangen, da muss ich morgen auf jeden Fall nochmal eine Schippe drauflegen, aber es hat ja easy gereicht. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass morgen da noch was geht.“ Schneller als Köhler war in der Vorschlussrunde einzig Titelverteidigerin Roos Vanotterdijk (BEL), die mit 55,89 den Championship-Rekord von Sarah Sjöström (SWE) einstellte.

Anna Elendt kratzt im Halbfinale am deutschen Rekord

Über 200m Brust war Evgeniia Chikunova (NAB/2:20,71) bislang die Schnellste. Doch auch Anna Elendt war froh über ihren fünften Platz in 2:23,60 Minuten, immerhin blieb sie mit dieser Zeit gerade mal sechs Hundertstel über ihrem eigenen deutschen Rekord.

„Es war schon sehr schnell“, meinte sie. „Ich hatte auch Glück, dass ich Mona (die Irin Mona McSharry, Anm. d. Red.) neben mir hatte, die hat mich dann auf den dritten 50 Metern dann doch ganz schön gezogen. Es war sehr anstrengend, das war aber zu erwarten auf dem 200er. Mal schauen, ob da morgen nochmal ein bisschen mehr geht.“ Die kleine Enttäuschung vom 100m-Rennen, wo sie am Vortag Siebte geworden war, scheint also überwunden. „Ich hatte gestern ein bisschen Schwierigkeiten, das Kapitel mit den 100 Metern abzuschließen“, gab Elendt offen zu. „Aber meine Trainerin meinte, wenn ich bei den 200 jetzt nicht alles gebe, dann können wir ja gar nicht wissen, was wir verbessern sollen, und das hat mir nochmal geholfen, alles zu geben.“ Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) landete mit 2:28,89 auf Rang 14.

Sara Curtis‘ Weltrekord hält nur einen Tag

Über 50m Rücken sorgte am Donnerstag die Italienerin Sara Curtis für einen weiteren Weltrekord. Nachdem sie am Vortag schon im Halbfinale 26,63 und damit 23 Hundertstel schneller als die alte Bestmarke von Kaylee McKeown (AUS) geschwommen war, legte sie im Finale noch einen drauf: 26,56 Sekunden leuchteten diesmal auf der Anzeigetafel und ließen das Publikum im Centre Aquatique Olympique abermals jubeln.

12.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Gold und Silber plus Europarekord

Zeitgleich zur Sonnenfinsternis begann am Mittwoch in Paris (FRA) ein neuer Stern des Schwimmsports golden zu leuchten. Und zwar jener von Johannes Liebmann. Mit neuem Europarekord über 800m Freistil (7:37,59 Minuten) kraulte der 19-Jährige vom SC Magdeburg am Mittwoch in überlegener Manier zum Europameistertitel im Centre Aquatique Olympique.

Seit Aufnahme ins EM-Programm im Jahr 2008 hatte noch kein Deutscher auf dieser Strecke gewonnen. Diesmal gab es nun sogar einen Doppelsieg, denn Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) rang in 7:41,16 den Ungarn Zalan Sarkany (7:41,75) im Endspurt nieder und sicherte sich wie schon bei der WM 2025 Silber.

Liebmann hat bei der EM-Premiere die Ruhe weg

„Ich bin mega glücklich, das war ein richtig gutes Rennen. Mit der Goldmedaille habe ich geliebäugelt. Und bin jetzt froh, dass es geklappt hat“, sagte Liebmann. Und beschrieb dann auch seine besonderen Gefühle bei der Siegerehrung: „Es ist ein Megagefühl, da oben zu stehen und die Hymne für sich zu hören. Das ist unglaublich.“

Nach dem Gewinn mehrerer Silber- und Bronzemedaillen bei den kontinentalen Nachwuchs-Titelkämpfen war Liebmann kurz nach dem Einstieg in die Eliteklasse im April dieses Jahres zum Europarekordler aufgestiegen. Das gemeinsame Training mit Topstars wie Lukas Märtens oder Florian Wellbrock hatte ihn nach kurzer Zeit sehr schnell werden lassen. Der damit verbundenen Favoritenrolle wurde er bei den Titelkämpfen in Frankreich nun auf eindrucksvolle Weise gerecht. Seinem hohen und doch sehr gleichmäßigen Tempo konnte nach 500 Metern jedenfalls keiner der Rivalen mehr folgen.

Laut Schwarz war Liebmann an diesem Tag unschlagbar

„Ich war vor dem Rennen unglaublich ruhig. Das hat mir nicht Angst gemacht. Es hat mich selber ein bisschen gewundert, wie ruhig ich da rangehen kann“, erzählte Liebmann. Das sei bei seiner Nationalmannschafts-Premiere im Dezember bei der Kurzbahn-EM in Polen noch ganz anders gewesen. „Ich habe hier einfach die mit meinem Trainer Bernd Berkhahn besprochene Taktik durchgezogen. Ab 400 Meter hatte ich schon Momente, wo ich gedacht habe, hey, ich gewinne das hier heute. Ein bisschen Zuversicht gehört nämlich immer dazu.“

Auch Schwarz genoss den Doppelerfolg sehr. „Ich freue mich extrem. Man konnte Johannes heute nicht schlagen, er war einfach zu stark“, sagte der 24-Jährige. „Wir haben jetzt hier die Pflichtaufgabe erfüllt mit Gold und Silber. Gold wäre natürlich schön gewesen, aber man kann nicht immer alles haben.“ Beide treten bei dieser EM am Freitag (Vorlauf) und Samstag (Finale/vorbehaltlich Qualifikation) noch über die 1500m Freistil an. Und womöglich ist dann noch ein weiterer Doppelsieg möglich. „Natürlich würde mich das extrem freuen, wenn wir das über die 1500 nochmal machen. Noch mehr würde es mich freuen, wenn ich da oben stehen würde“, meinte Schwarz.

Winkler und Matzerath ziehen ins EM-Finale ein

Nicht nur auf der Langstrecke konnten deutschen Männer am Mittwoch glänzen. Im Halbfinale über 100m Schmetterling erkämpfte sich Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin) einen Finalplatz für Donnerstag: In 51,34 Sekunden schaffte der 20-Jährige die fünfbeste Zeit. Und ließ sich insbesondere bei der Wende noch einiges Steigerungspotenzial. „Ich bin nicht sonderlich gut zur Wand herangekommen, daran muss ich arbeiten“, sagte der deutsche Rekordhalter (50,92). Schnellster im Halbfinale war Noe Ponti (SUI/50,21).  

Nachdem es auf seiner Paradestrecke 100m Brust nicht zum Finale gereicht hatte, holt Lucas Matzerath dies nun auf der doppelten Distanz nach. In 2:10,07 Minuten schaffte der 26-Jährige vom Team Bochum die achtbeste Halbfinalzeit. „Unser Sportpsychologe hat da einen sehr guten Vergleich aufgemacht. Ich habe bei der EM drei Starts, das sind quasi drei Kinder, und die muss ich alle gleich liebhaben. Auch wenn das eine vielleicht nicht so gut läuft wie das andere“, verriet Matzerath. Den Fokus zu halten, zahlte sich dann auch aus. Im Finale möchte Matzerath nun erstmals unter der 2:10er Marke bleiben.

Angelina Köhler wird EM-Sechste, Sarah Sjöström knackt van Almsicks Titelrekord

Es war ein historischer Tag bei den Europameisterschaften in Paris (FRA). Mit ihrem Sieg über 50m Schmetterling in 25,05 Sekunden gewann Schwedens Superstar Sarah Sjöström am Mittwoch ihr 18. EM-Gold (und ihre insgesamt 29. EM-Medaille), damit stellte sie den Titelrekord von Franziska van Almsick ein. Dabei war dieser Erfolg auch für die Schwedin, die kommenden Montag ihren 33. Geburtstag feiert, ein ganz besonderer: Schließlich war es ihr erster nach der Geburt ihres Sohnes im August 2025 und dem anschließenden Comeback im Frühjahr dieses Jahres.

Dass Sjöström jetzt schon wieder so schnell ist, beeindruckt auch Angelina Köhler. „Sarah ist eine der krassesten Schwimmerinnen aller Zeiten. Sie ist eine Inspiration für mich und für alle Schwimmerinnen. Auch weil sie zeigt, dass es möglich ist, Karriere und Kind zu vereinbaren. Ich finde das einfach toll, für alle Frauen auf dieser Welt. Und ich hoffe, dass das auch in Deutschland bald machbar sein wird“, so die deutsche Rekordhalterin.

Die 25-Jährige von der SG Neukölln Berlin wurde beim Sjöström-Sieg mit 25,72 Sekunden Sechste, damit war sie 13 Hundertstel schneller als noch im Halbfinale. „Ich bin schon zufrieden“, meinte sie. „Klar, ich habe ein bisschen gehofft, dass es ein bisschen schneller geht, ich habe mit dem deutschen Rekord (25,50 Sekunden geliebäugelt“ – der steht bei 25,50. „Der Anschlag hat nicht ganz gepasst. Dann sind da die zwei Zehntel weg“, so Köhler.

„Der Anschlag war zu kurz. Dann bin ich umgeknickt mit der Hand. Aber ich denke, das soll bis morgen wieder fit sein. Einmal kurz kühlen und dann wird das schon wieder.“ Köhlers Hauptrennen, die 100m Schmetterling, kommt nämlich erst noch. „Da bin ich sehr zuversichtlich, dass es etwas wird. Ich habe diese Saison vor allem auf die 100 trainiert, vor allem auf die zweite Bahn. Ich freue mich darauf, morgen ganz viel Spaß zu haben.“

Anna Elendt sieht sich als EM-Siebte auf dem richtigen Weg

Auch Brustschwimmerin Anna Elendt (SG Frankfurt) wird bei diesen Europameisterschaften bereits morgen wieder im Einsatz sein, wenn für sie die 200m Brust anstehen. Über 100m-Distanz, über die sie im vergangenen Jahr in Singapur sensationell Weltmeisterin geworden, konnte die 24-Jährige diesmal nicht in die Medaillenvergabe eingreifen – 1:06,37 Minuten bedeuteten Platz sieben für sie. „Ich hatte mir nach dem guten Halbfinale ein paar Sachen vorgenommen, die ich verbessern und verändern wollte. Ich weiß nicht, warum es jetzt deutlich langsamer war. Da muss ich nochmal mit meiner Trainerin sprechen, woran es lag“, sagte sie.

„Aber morgen geht es direkt weiter, daher muss ich jetzt damit abschließen und dann weiter nach vorne schauen.“ Das tut sie Frankfurterin in dieser Saison auch generell, die von ihr bereits im Vorfeld als eine Art Trainingsjahr deklariert worden war, in dem sie viele neue Dinge ausprobiert. „Es ist eher der Weg zu großen Zielen“, sagte sie mit Blick auf den weiteren Olympiazyklus. Und dieser Weg scheint grundsätzlich richtig zu sein, wie Elendt betonte: „Mit dem Rennen gestern im Halbfinale (1:05,92 Minuten, Anm. d. Red.) bin ich mega zufrieden. Ich hätte nicht erwartet, dass ich überhaupt schon eine 1:05 schwimmen kann.“ Der Europameistertitel ging in Paris an die Britin Angharad Evans, die auch im Finale mit 1:04,87 abermals Championship-Rekord schwamm, so wie bereits im Vorlauf und im Halbfinale.

DSV-Staffel ebenfalls auf Platz sieben, Linda Roth mit Rekord ins Finale

Einen weiteren Finalplatz hatte die Staffel des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) über 4x100m Freistil der Frauen ergattert. Im Finale wurden Nina Holt (54,76), Linda Roth (53,99/beide SC Magdeburg), Julianna Dora Bocska (54,45/SG Essen) und Nicole Maier (53,70/SC Wiesbaden 1911) am Abend in 3:36,90 Minuten Siebte, es siegten die Niederländerinnen mit neuem Meisterschaftsrekord von 3:31,89. „Wir können zufrieden sein, wir haben nochmal einen Platz gut gemacht“, meinte Startschwimmerin Holt. Und Maier ergänzte: „Wir sind ein junges Team, darauf können wir gut aufbauen.“

Für Linda Roth läuft es in Paris bislang überhaupt sehr gut. Über 200m Freistil steigerte sie ihre Bestzeit und den Jahrgangsrekord für 18-Jährige im Halbfinale um mehr als eine Sekunde auf 1:56,46 Minuten und zog als Vierte in den morgigen Endlauf ein. Auf dieser Strecke gewann sie in diesem Sommer bereits Gold bei der Junior*innen-EM in München, nun folgte mit dem Finaleinzug in der offenen Klasse der nächste Entwicklungsschritt.

Vor allem zeigt die Magdeburgerin in der französischen Hauptstadt eine beeindruckende Konstanz in ihren mittlerweile schon sieben Rennen dort. „Altersklassenrekord, Bestzeit, das macht mich sehr glücklich. Ich bin positiv überrascht. Vieles ist auch Kopfsache, da bin ich gerade sehr stark und deswegen läuft es so, wie es läuft“, sagte sie. Maya Tobehn (Dresdner SC 1898) landete mit 1:58,22 auf Platz 13. Schnellste im Halbfinale war Barbora Seemanova (CZE/1:55,77).

Eine Italienerin schwimmt den ersten Weltrekord dieser EM

Über 50m Rücken bekam das Publikum im Centre Aquatique Olympique an diesem historischen Tag derweil den ersten Weltrekord dieser Titelkämpfe geboten. Schon im Halbfinale schwamm die Italienerin Sara Curtis in 26,63 Sekunden so schnell wie keine Frau vor ihr, satte 23 Hundertstel unter der alten Bestmarke von Kaylee McKeown (AUS). Das Finale findet am Mittwoch (ab 18:30 Uhr) statt.

11.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris: Zwei Medaillen 

Als sich Isabel Gose und Maya Werner in die Arme schlossen am Beckenrand des Centre Aquatique Olympique von Paris, bekam man es mal wieder gut zu sehen: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Als Zweite und Dritte über 800m Freistil hatten die beiden Magdeburgerinnen am Dienstag die Medaillen 20 und 21 für den Deutschen Schwimm-Verband e.V. (DSV) bei den Europameisterschaften in Frankreichs Hauptstadt erkämpft.

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

Gold ging in 8:15,55 Minuten an Simona Quadarella (ITA). Der Dauerrivalin hatte Gose (8:18,44) diesmal bis zur 600m-Wende einen heißen Kampf geliefert, dann zog die Weltmeisterin von 2024 aber davon. Dahinter verbesserte Werner ihre persönliche Bestzeit um gleich sieben Sekunden auf 8:22,55, die U23-Europameisterin des Vorjahres gewann damit ihre erste EM-Medaille in der offenen Klasse auf der Langbahn. Und so standen erstmals seit 24 Jahren nach Jana Henke und Hannah Stockbauer mal wieder zwei deutsche Langstrecklerinnen auf einem EM-Podest.

Umstellung nach Freiwasserrennen besser als erwartet

Gose gewann in den Tagen zuvor bereits zweimal Gold beim Freiwasserschwimmen in der Seine. Die Magdeburgerin zeigte sich trotz der kurzen Umstellungszeit am Dienstag voll auf der Höhe und blieb nur zwei Sekunden über dem deutschen Rekord von Sarah Köhler. „Ich bin super happy. Drittes Rennen, dritte Medaille mit der schnellsten Zeit in diesem Jahr“, sagte Gose. „Hinten haben mir ein paar Körner gefehlt. Ich habe schließlich schon einige Kilometer drin, das will ich aber nicht als Ausrede nutzen. Der Übergang vom Freiwasser ins Becken hat gut geklappt, besser als erwartet.“

Außerdem freute sich Harmoniemensch Gose auch darüber, dass die sportliche Rivalität mit Quadarella nicht mehr alles andere überlagert im Umgang. „Ich glaube, so langsam freuen wir uns auch, uns zu sehen, wenn wir im Vorstart sind. Wir tauen ein bisschen auf, das war am Anfang noch nicht so. Ich glaube, wir genießen das beide, so ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu haben und den Fans da so ein cooles Battle zu bieten.“

Isabel Gose und Maya Werner haben noch zwei weitere Medaillenchancen

Eine Fortsetzung gibt es vermutlich schon in Paris in den weiteren Langdistanzrennen über 1500m und 400m Freistil. „Mal schauen. Ich hangele mich da jetzt wirklich von Rennen zu Rennen“, sagte Gose dazu. „Ich werde versuchen, in den Vorläufen nicht allzu viele Körner zu verpulvern, aber ich darf natürlich auch nicht zu sehr auf die Bremse treten. Ich denke, das ist mir im 800-Meter-Vorlauf ganz gut gelungen und das möchte ich bei den 1500 genauso machen. Die 400 Meter sind dann nochmal eine ganz andere Sache, da geht es mehr um Schnelligkeit, die jetzt natürlich die letzten Wochen etwas auf der Strecke geblieben ist, dadurch, dass ich jetzt wirklich immer sehr lange Rennen hatte. Aber ich freue mich drauf. Da muss dann alles rein, was noch da ist.“

Nicht minder glücklich klang Werner. „Das Rennen hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe gleich nach dem Start gemerkt, heute ist irgendwie der Rutsch da. Dass es so eine gute Zeit wird, hatte ich aber nicht erwartet. Daher bin ich umso glücklicher und auch dass es jetzt eine Medaille geworden ist, ist einfach toll im ersten Rennen. So kann es weitergehen.“

Lise Seidel überrascht sich selbst mit Rang vier

Und wer weiß, vielleicht bleibt es ja nicht das einzige Mal, dass sie zusammen mit ihrer Trainingskollegin auf dem Pariser Podest steht. Beide haben das gleiche Wettkampfprogramm bei diesen Titelkämpfen. „Wir sind Freundinnen im und außerhalb des Wassers. Ich denke, das ist was ganz Besonderes“, betonte Werner daher auch. „Und dass wir jetzt auch beide bei so tollen Wettkämpfen zusammen sind, zusammen starten können, die Vorbereitung zusammen machen können – das ist einfach schön.“

Ab kommender Saison wird auch Lise Seidel zur Magdeburger Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn gehören. Der 19-Jährigen vom SC Chemnitz gelang als WM-Achte über 200m Rücken schon im Vorjahr eine tolle internationale Premiere, nun legte sie beim Sieg von Katie Shanahan (GBR/2:06,13 Minuten) mit EM-Platz vier in 2:08,86 eine weitere Top-Platzierung nach.

Vor zehn Wochen lag sie noch im Krankenhaus

Und das nach einem schwierigen Frühjahr mit Rückenproblemen und einer chronischer Nasennebenhöhlenentzündung samt Operation. Zudem bedeuteten die Abiturprüfungen eine zusätzliche Herausforderung abseits des Beckens. Seidel staunte daher ein wenig über sich selbst.

„Vor zweieinhalb Monaten noch im Krankenhaus gelegen, jetzt so eine gute Zeit ohne viel Training. Ich bin so glücklich darüber. Ich hätte damit nie im Leben gerechnet. Der vierte Platz ist natürlich ärgerlich, aber das spornt einfach nur für die nächsten Jahre noch mehr an, dass ich irgendwann die Medaille hole.“

Anna Elendt diesmal nicht auf der Außenbahn, aber auch nicht Favoritin

Um Edelmetall kämpfen werden bereits am Mittwochabend Anna Elendt (SG Frankfurt) und Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin). Über 100m Brust zog Weltmeisterin Elendt in 1:05,92 Minuten als Fünftschnellste ins Finale ein. Favoritin ist dort dann Angharad Evans (GBR), die in 1:04,97 Minuten schneller als Elendt beim WM-Triumph in Singapur war und damit wie schon im Vorlauf erneut einen Meisterschaftsrekord aufstellte. „Ich bin happy mit der Zeit. Ich denke, es wird schon ein Pluspunkt, wenn ich nicht auf der Außenbahn bin“, meinte Elendt, die in Singapur doch auf Bahn eins alle überrascht hatte.

Köhler erreichte mit ihren 25,85 Sekunden über 50m Schmetterling als Achte den Endlauf, Schnellste der Halbfinals war hier Weltrekordlerin Sarah Sjöström (SWE/25,12). Eine Steigerung scheint aber möglich, am Dienstag war Köhler zusätzlich ja noch beim deutschen Rekord der Lagen-Mixedstaffel gefordert.

Auch im dritten Staffelrennen der Europameisterschaften von Paris (FRA) hat es am Dienstag wieder einen deutschen Rekord gegeben. Kaii Liam Winkler (SG Neukölln Berlin/Rücken), Melvin Imoudu (Potsdamer SV/Brust), Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin/Schmetterling) und Nina Holt (SC Magdeburg/Kraul) schwammen die 4x100m-Lagen-Mixedstaffel in 3:43,00 Minuten und blieben damit mehr als eine Sekunde unter der bisherigen Bestmarke (3:44,17), mit der Deutschland 2015 WM-Bronze geholt hatte. „Es hat richtig Spaß gemacht mit der Staffel und wir können stolz auf uns sein, das so zusammengezaubert zu haben“, meinte Schlussschwimmerin Holt. Und ordnete die Bedeutung guter Staffelauftritte richtig ein: „Die Staffeln zeigen, was das ganze deutsche Team draufhat, dass wir nicht nur ein, zwei Sportler sind, die erfolgreich sind, sondern ein gutes Team, das durch die Bank weg wirklich Erfolge bringt.“

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

Am Montag hatten bereits die DSV-Männer über 4x200m Freistil EM-Bronze gefeiert, die Frauen waren Vierte geworden, beides ebenfalls mit deutschem Rekord. Diesmal wurde es für Deutschland Platz fünf. Es siegte Gastgeber Frankreich in 3:39,64 vor den Niederlanden (3:40,92) und den Neutralen Athlet*innen aus Russland (3:41,52), weshalb die Stimmung im Centre Aquatique Olympique regelrecht überkochte. „Ich weiß nicht, wann das bei einer Europameisterschaft das letzte Mal so krass war, das war wie bei Olympia. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut“, meinte Angelina Köhler. Melvin Imoudu pflichtete ihr bei. „Es hat mega viel Spaß gemacht, man hat die Leute bei jedem einzelnen Brustzug schreien hören“, sagte er.

Melvin Imoudu wieder nur wenige Hundertstel von der Medaille entfernt

Der Potsdamer war zuvor bereits im Einzelfinale über 100m Brust mit 59,05 Sekunden Vierter geworden. Ein Top-Ergebnis, über das sich der 27-Jährige direkt nach dem Rennen aber nicht wirklich freuen konnte. „Es ist eine ähnliche Situation wie in Paris damals, mehr kann ich gar nicht sagen“, meinte er.

Bei Olympia hatten vor zwei Jahren nur sechs Hundertstel zu Bronze gefehlt, diesmal waren es 15 Hundertstel auf den Drittplatzierten Simone Cerasuolo (ITA/58,90). Dessen Landsmann Nicolo Martinenghi gewann in 58,58 den Europameistertitel, dagegen musste sich Olympiasieger Adam Ramsay-Peaty (GBR/59,10) mit Rang fünf begnügen. Auf den letzten Metern war Imoudu noch am Briten vorbeigezogen, was seinen Auftritt umso stärker machte.

Luca Armbruster mit vollem Risiko auf Platz sechs

In einem weiteren Finale mit deutscher Beteiligung schmetterte Luca Armbruster (SG Neukölln Berlin) in 22,84 Sekunden wie schon bei der WM in Singapur auf Platz sechs. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 24-Jährige, der am Vortag im Halbfinale mit 22,71 sogar deutschen Rekord geschwommen war und nun noch einmal so schnell schwamm wie die alte Bestmarke. „Am Anfang habe ich mich ein bisschen zu sehr geärgert über den Anschlag, aber das machen die 50er aus, das ist das Risiko, was man da gehen muss.“

Zumal das Niveau in Europa gerade unfassbar hoch ist. Bei den Weltmeisterschaften hatte es im vergangenen Jahr ein rein europäisches WM-Podium gegeben, und sogar sieben von acht WM-Finalisten stammten von dort. Während Weltmeister Maxime Grousset (22,54) diesmal Zweiter hinter Egor Kornev (NAB/22,52) wurde, gingen die beiden anderen Medaillengewinner aus Singapur – Thomas Ceccon (ITA/Vierter mit 22,72) und Noè Ponti (SUI/22,91) – leer aus, der Schweizer wurde gar nur Achter. „Normalerweise ist er ein Medaillenkandidat, jetzt war er hinten, das ist schon krass“, so Armbruster. „Beim 50er kann alles passieren. Einmal ein Kick zu wenig, eine Tauchphase nicht perfekt, und, zack, ist der Anschlag weg. Und darauf kommt es beim 50er natürlich an, das ist ein Wimpernschlag. Aber das macht das Rennen auch so spannend, das macht Spaß. Ich kann mich nicht beklagen und habe Bock auf mehr. Für die 100 Meter weiß ich jetzt, ich habe den Speed.“

Europarekord durch Hubert Kós schon im Halbfinale

So schnell wie 2026 noch nicht war in Paris auch Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg) unterwegs, der im Halbfinale über 100m Freistil mit 48,28 Sekunden auf Platz zehn kam. „Ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Beim Höhepunkt will man Saisonbestleistung schwimmen. Das ist das, was ich hier aktuell schwimmen kann“, sagte er.

Hinter dem Olympia-Sechsten liegt kein ganz einfaches Jahr, in dem vor allem abseits des Beckens viel passierte: Salchow schloss sein Studium ab, arbeitete bereits halbtags. Der EM-Auftritt mit einer erneuten Steigerung gegenüber dem Vorlauf war da aller Ehren wert. „Man sieht auch, wie stark die Dichte bei 100 Meter Freistil mittlerweile ist, dass du selbst in Europa unter 49 schwimmen musst, damit du ins Finale kommst“, so Salchow. Schnellster im Halbfinale war Weltmeister und Titelverteidiger David Popovici (ROU) mit neuem Meisterschaftsrekord von 46,72 Sekunden.

Sogar einen Europarekord zauberte im Halbfinale über 200m Rücken der Ungar Hubert Kos ins Becken. Mit jetzt 1:52,30 Minuten scheint im Finale auch der Weltrekord aus der Ära der Hightech-Anzüge (1:51,92) nicht außer Reichweite. Aber auch Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) zeigte mit 1:56,26 und Platz elf einmal mehr, welche Fortschritte er zuletzt gemacht hat. Jahn hatte am Montag bereits Bronze mit der Staffel geholt. „Nach gestern ist alles nur noch Bonus, es ist schon mehr, als ich mir vorgenommen hatte. Ziel war zwar, ins Finale zu kommen, aber mit den Zeiten, die die Jungs hier geschwommen sind, ist das einfach nur Weltklasse. Nach gestern nochmal eine Bestzeit zu schwimmen, da bin ich einfach super happy.“

10.08.2026 – Schwimm EM 2026 Paris:  Traumstart in Paris am ersten Tag

Wenn jemand im Aufgebot des Deutschen Schwimm-Verbandes e.V. (DSV) weiß, wie es sich anfühlt, bei einer großen internationalen Meisterschaft die erste Medaille fürs Team zu gewinnen, dann ist es Lukas Märtens. Ob bei seinem Olympiasieg 2024 oder im vergangenen Jahr beim Weltmeistertitel in Singapur, stets machte der Magdeburger aus DSV-Sicht auf dem Treppchen den Anfang. So auch diesmal wieder bei den Europameisterschaften in Paris (FRA) – bloß, dass er diese Ehre diesmal noch mit drei anderen Athleten teilen durfte.

DSV-Männer unterbieten Zeit aus der Ära der High-Tech-Anzüge

Zusammen mit Timo Sorgius (SC Wiesbaden 1911/1:45,63), Jarno Bäschnitt (Team Bochum/1:45,10) und Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV/1:45,84) gewann Startschwimmer Märtens (1:45,71) am Montagabend Bronze über 4x200m Freistil. Mit 7:02,28 Minuten stellte das DSV-Quartett zudem einen deutschen Rekord auf, knapp eine Sekunde schneller als die 17 Jahre alte Bestmarke (7:03,19) der Staffel um Paul Biedermann noch aus der Zeit der Hightech-Anzüge.

>> Alle EM-Ergebnisse aus Paris

Gold ging mit neuem Meisterschaftsrekord von 7:01,52 Minuten nach Großbritannien, das auch schon bei Olympia und bei der WM siegreich gewesen war, Silber an die Gastgeber aus Frankreich mit Superstar Léon Marchand (7:02,23).

Medaille am ersten Tag beflügelt das ganze Team

„Wir geben dem ganzen Team damit einen guten Schub. Mit der Staffel eine Medaille zu gewinnen, ist für mich etwas Besonderes, weil mir das noch nicht so oft vergönnt gewesen ist. Deshalb bin ich umso stolzer, dass ich es mit den Jungs jetzt geschafft habe“, sagte Märtens. Und weiter: „Das haben wir uns über Jahre aufgebaut. Wir haben letztes Jahr ein bisschen Lehrgeld zahlen müssen, da waren wir nicht im Finale bei der WM. Dieses Mal lief es umso besser. Und Richtung Los Angeles ist da noch vieles möglich.“

Léon Marchand hatte als Startschwimmer der Franzosen auf den ersten 200 Metern ordentlich Gas gegeben (1:43,76) – der Top-Star dieser EM schwamm weit vor dem Feld und brachte das Heimpublikum im Centre Aquatique Olympique zum Toben. Deutschland wechselte als Siebter, aber Timo Sorgius brachte das DSV-Quartett heran bis auf Platz vier. „Ich habe schon im Vorlauf gemeint, dass wir den deutschen Rekord angreifen. Das haben wir jetzt auch bewiesen, dass wir es können. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, und darauf können wir alle sehr stolz sein“, sagte er.

Bäschnitt mit der schnellsten Zeit, Jahn übernimmt Verantwortung

Nach Sorgius ging Jarno Bäschnitt ins Becken, der diesmal die schnellste Zeit ablieferte und das Rennen seines Lebens zeigte. „Ich glaube, das war in erster Linie Kopfsache, dass ich da nochmal alles aufgedreht habe, um auf 110 Prozent zu gehen. Das hier werde ich nie vergessen“, schilderte er selbst seinen Auftritt. Schlussmann war dann Cornelius Jahn, bislang vor allem als starker Rückenschwimmer bekannt, aber in Paris nun auch auf der Kraulstrecke bärenstark.

„Ich bin super happy“, sagte der Schleswig-Holsteiner, der erst relativ kurzfristig von seinem Staffeleinsatz erfahren hatte, nachdem Oliver Klemet (SG Frankfurt) nach seinen Einsätzen im Freiwasser noch etwas Pause brauchte. „Das war ein super Rennen, es hat einfach Spaß gemacht. Und die Atmosphäre war auch mega“, so Jahn.

DSV-Frauen schneller als Britta Steffen & Co. beim Weltrekord

Zuvor durften sich auch die DSV-Frauen im Endlauf über 4x200m Freistil über einen deutschen Rekord freuen. Mit 7:49,14 Minuten blieben Maya Tobehn (Dresdner SC 1898), Linda Roth, Nina Holt (beide SC Magdeburg) und Nicole Maier (SC Wiesbaden 1911) rund 1,7 Sekunden unter der alten Marke, mit der Britta Steffen und Co. 2006 bei der EM in Budapest (HUN) zum Titel schwammen und die damals sogar Weltrekord bedeutet hatte. Dieses Mal fehlte dem deutschen Quartett die Winzigkeit einer Hundertstel, um ebenfalls eine Medaille einzufahren. Gold ging auch hier nach Großbritannien mit Championship-Rekord von 7:45,93, vor Ungarn (7:49,09) und den Neutralen Athletinnen (7:49,13).

Nur eine Hundertstel fehlt zum Podium

 „Ich muss sagen, ich habe gemischte Gefühle. Der deutsche Rekord ist eine wirklich gute Zeit, das freut mich wahnsinnig, na klar. Aber eine Hundertstel ist ärgerlich, das muss man erstmal verdauen“, meinte Tobehn. Ihre Teamkolleginnen trösteten sie aber sofort. „Wir können uns nichts vorwerfen. Wir haben alle bis zum Ende gekämpft und können glücklich sein mit uns. Das war jetzt hier für uns alle das erste Finale hier bei der EM, und für Maya und mich auch die erste EM in der offenen Klasse“, erinnerte Linda Roth. Auch Maier meinte: „So eine Staffel ist eine Teamleistung. Man macht das immer gemeinsam und nimmt das Ergebnis auch dann gemeinsam auf.“

Bis auf Tobehn waren die deutschen Staffelschwimmerinnen am ersten EM-Tag allesamt auch schon im Einzel über 100m Freistil im Einsatz gewesen. Nina Holt erreichte dort das Halbfinale, als Elfte mit 53,81 Sekunden stellte sie dabei ihre Bestzeit ein. „Es war mir sehr wichtig, über die 100 ein gutes Rennen zu machen. Danach war ich ganz schön motiviert für die Staffel“, sagte sie. Die Bronzemedaille der Staffelmänner dürfte nun für weiteren Ansporn für die nächsten Tage gesorgt haben.

Platz vier und fünf für Deutschland im Lagen-Finale

Auch abseits der tollen Staffelauftritte zeigten die Aktiven des DSV zum Auftakt der Europameisterschaften starke Leistungen. So erkämpften im allerersten Finale dieser Titelkämpfe Cedric Büssing (4:14,16 Minuten) und Finn Hammer (4:14,31/beide SG Essen) die Plätze vier und fünf über 400m Lagen. Gold ging nach der kurzfristigen Absage von Frankreichs Weltrekordler Léon Marchand diesmal an Ilia Borodin (4:08,17/NAB) vor Alberto Razzetti (ITA/4:10,40) und bereits 31 Jahre alten Max Litchfield (GBR/4:11,58). 

„Mit Finn dieses Finale zu schwimmen, hat richtig Spaß gemacht. Es war super anstrengend, aber schön“, meinte Büssing. Der 22-Jährige war dabei voll des Lobes über seinen Vereinskollegen, mit dem er seit der EM-Qualifikation Ende April viel gemeinsam trainiert hatte. „Die 400m Lagen sind nun mal unfassbar hart. Auf dieser Strecke zweimal am Tag eine ähnliche gute Zeit zu schwimmen, ist sehr schwer. Aber Finn und ich haben das geschafft, können damit sehr zufrieden sein.“

Finn Hammer glänzt pünktlich zum Saisonhöhepunkt

 Das war Hammer tatsächlich. Der 20-jährige US-Student hatte im Vorlauf seine Bestzeit um gleich fünf Sekunden gedrückt und damit als erster Deutscher im EM-Pool ein positives Zeichen an die Mannschaft gesetzt. Nach dem ähnlich überzeugenden Finalauftritt sagte er dann: „Es wurde langsam Zeit für einen Sprung nach vorn. Bei den internationalen Meisterschaften konnte ich nie so abrufen, was ich vorher im Training gezeigt habe. Heute war das aber endlich mal der Fall.“

Gemeinsam wollen sich die beiden EM-Finalisten zu weiteren Höchstleistungen antreiben. Und wer weiß, vielleicht schaffen sie es ja 2028 dann gemeinsam ins Olympiafinale. Büssing war dies schon 2024 gelang, damals er Achter geworden. Den damaligen Sieger Marchand vermisste er diesmal nur bedingt. „Wenn er dabei gewesen wäre, dann wären wir vielleicht weiter hinten gelandet“, so Büssing. „Von den Spielen hatte ich noch in Erinnerung, dass bei irgendeiner 25-Meter-Markierung einfach die Halle leise wurde, weil er gerade unter Wasser war. Und dass es heute nicht so war, finde ich eigentlich ganz gut.“

Luca Armbruster sorgt für dritten deutschen Rekord beim EM-Auftakt

Im Halbfinale über 50m Schmetterling sorgte Luca Armbruster zuvor für den ersten deutschen Rekord bei dieser EM. In 22,71 Sekunden blieb der 24-Jährige von der SG Neukölln Berlin 13 Hundertstel unter seiner eigenen Bestmarke aus dem Vorjahr, mit der er in Singapur WM-Sechster geworden war. Als Schnellster der Halbfinals stellte Igor Kornev (22,36/NAB) sogar einen Meisterschaftsrekord auf.

„Ich bin sehr happy, sehr zufrieden. Ich kann es mir gar nicht besser ausmalen“, meinte Armbruster, der damit als Fünftschnellster ins Finale einzog. Er wollte mit Blick auf den Medaillenkampf am Dienstag aber keinen Druck auf sich laden: „Ich freue mich einfach nur aufs Feeling und aufs Finale generell, aufs Topfeld. Ich lasse mich überraschen, was dabei herauskommt.“ Mit dieser Herangehensweise hatte er sich schon bei der WM von Rennen zu Rennen steigern können, so soll es möglichst auch diesmal wieder laufen. Die Medaillenränge sind übrigens nur 18 Hundertstel entfernt.

Imoudu und Seidel folgen Gose und Werner ins Finale

Ebenfalls als Fünfter erreichte Melvin Imoudu den Endlauf über 100m Brust. „Die letzten Meter haben schon weh getan. Aber so soll es sein, dafür trainieren wir. Ich bin alles in allem sehr zufrieden bisher“, meinte der Titelverteidiger. Am Dienstag wird es im Finale wohl ähnlich eng zugehen wie im Olympiafinale 2024, wo dem Potsdamer nur wenige Hundertstel zu Gold fehlten. Auch deswegen steht die Taktik für ihn schon fest: „Auf sich fokussieren, nicht so sehr auf die anderen gucken.“

Ähnlich wird es auch Lise Seidel angehen. Die 19-Jährige vom SC Chemnitz beendete die Vorschlussrunde über 200m Rücken ebenfalls als Fünfte (2:09,43). Nach einer schwierigen Saison mit zuletzt sogar einer Nasen-OP mitten im Abistress zeigte Seidel dabei einen überraschend souveränen Auftritt. „Es geht jedenfalls viel schneller, als ich selbst erwartet habe“, so Seidel.

Um Edelmetall kämpfen am Dienstag auch Isabel Gose und Maya Werner (beide SC Magdeburg), die sich bereits am Vormittag über 800m Freistil fürs Finale qualifizierten. „Ich hatte nach dem Freiwasser nur wenig Zeit zur Regeneration. Und bin froh, dass ich nun noch mal 24 Stunden habe. Ich hangele mich von Tag zu Tag“, meinte Gose, die bereits zwei Goldmedaillen aus der Seine gefischt hatte. Und nun im Pool des Centre Aquatique Olympique gern noch weitere hinzufügen würde.

03.08.2026 – Schwimm EM 2026 in Paris: In welchem Rennen Olympiasieger Lukas Märtens eine offene Rechnung begleichen will

In der zweiten Woche geht es so richtig rund bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris (FRA). Denn ab kommenden Montag (10. August) werden 47 Medaillensätze beim Beckenschwimmen im Centre Aquatique Olympique vergeben, also die Mehrheit bei 80 EM-Entscheidungen insgesamt. Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) schickt nach den gesundheitsbedingten Absagen von Leonie Märtens, Jeremias Pock, Martin Wrede und Vincent Passek nun ein 36-köpfiges Team in den Pool, nur eine einzige Disziplin (50m Rücken der Frauen) findet ohne deutsche Beteiligung statt.

>> EM-Zeitplan Beckenschwimmen: Alle Starts des DSV-Teams im Überblick

Weltmeisterin Anna Elendt, die Olympiadritte Isabel Gose oder auch Ex-Weltmeisterin Angelina Köhler reisen ebenso mit Medaillenhoffnungen nach Frankreich wie Titelverteidiger Melvin Imoudu oder Shootingstar Johannes Liebmann. Gold gleich im ersten Rennen hatte bei Olympia 2024 und auch bei der WM 2025 jeweils Lukas Märtens gewonnen, wiederholen lässt sich dieser Stimmungskracher diesmal aber so nicht für den Magdeburger. Seine Weltrekordstrecke 400m Freistil ist wie schon beim EM-Sieg 2022 in Rom (ITA) erst am allerletzten Tag dran. „Da müssen diesmal andere ran“, meinte Märtens dazu.

Lukas Märtens will es diesmal auch im 200m-Rennen wissen

Er selbst muss also Geduld beweisen. Und hungrig bleiben. Letzteres bereitet Märtens kein Problem. „Ich bin noch lange nicht satt. Vielleicht bin ich etwas gelassener geworden, da ich die wichtigsten Rennen nun bereits gewonnen habe. Das ändert aber nichts daran, dass ich weiterhin ganz oben stehen will. Auf jeden Fall trainiere ich nach wie vor genauso hart und mit derselben Disziplin“, so Märtens. Ganz nebenbei wäre er bei einem Erfolg in Paris erstmals alles gleichzeitig: Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und Weltrekordler.

>> Schwimm EM 2026 in Paris: Alle Startlisten und Ergebnisse

Der Magdeburger dosiert bei diesen Titelkämpfen sein Programm etwas anders als zuletzt. Märtens schwimmt am ersten Tag die 4x200m Freistilstaffel. Und danach ziemlich ausgeruht auch das Einzelrennen über 200m Freistil. „Damit habe ich noch eine Rechnung offen. Und auch noch keine internationale Medaille auf dieser Strecke, dafür wird es langsam Zeit“, erklärte er. Und meint damit das Olympiafinale von Paris, wo er eine bessere Endplatzierung als Rang fünf durch eine etwas zu offensive Renneinteilung verspielte. Das 400m-Goldrennen und der Rummel danach steckten ihm damals allerdings noch schwer in den Knochen.

Harter Konkurrenzkampf innerhalb des Teams in zwölf Vorläufen

Aus dem harten Konkurrenzkampf auf den beiden Langstreckenrennen über 800m und 1500m Freistil hält sich Märtens damit diesmal raus. Über 800m Freistil hatte sein Vereinskollege Johannes Liebmann die Schwimmwelt im Frühjahr mit einem Europarekord erstaunt. Das Vorlauf-Duell bei der EM – wo vier Starter pro Nation erlaubt sind, aber nur maximal zwei von ihnen ins Halbfinale oder Finale dürfen – erspart sich Märtens ganz bewusst. Als Fingerzeig für 2028 sollten das Liebmann oder auch der WM-Zweite Sven Schwarz allerdings nicht sehen. Insgesamt hat das DSV-Team in zwölf Disziplinen mehr als zwei Aktive gemeldet.

Insbesondere Vereinskollege Liebmann gönnt Märtens eine erfolgreiche EM-Premiere in den kommenden Tagen aber halt auch besonders. Beide verstehen sich nämlich bestens. „Aber Johannes ist halt auch erst 19. Man darf nicht erwarten, dass er bei der EM nun gleich drei Medaillen holt und auch im Freiwasser gewinnt. Er fängt gerade erst von unten an. Und das sollte man von außen auch so sehen“, so Märtens.

Das DSV-Team bei der EM in Paris

Frauen: Angelina Köhler (SG Neukölln Berlin), Julianna Dora Bocska, Nina Sandrine Jazy (beide SG Essen), Isabel Gose, Nina Holt, Linda Roth, Maya Werner, Nicole Maier (SC Wiesbaden 1911), Anna Elendt (SG Frankfurt), Lise Seidel, Yara Fay Riefstahl (beide SC Chemnitz), Noelle Benkler, Lena Ludwig (beide SV Nikar Heidelberg), Maya Tobehn (Dresdner SC)

Männer: Ole Braunschweig, Kaii Liam Winker, Luca Nik Armbruster (alle SG Neukölln Berlin), Lukas Märtens, Johannes Liebmann (beide SC Magdeburg), Melvin Imoudu, Jan Malte Gräfe, Ole Mats Eidam (alle Potsdamer SV), Fritz Dietz, Oliver Klemet (beide SG Frankfurt), Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover), Cedric Büssing, Finn Hammer, Julian Koch (alle SG Essen), Jarno Bäschnitt, Lucas Matzerath (beide Team Bochum), Josha Salchow (SV Nikar Heidelberg), Timo Sorgius (SC Wiesbaden 1911), Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV), Björn Kammann (AMTV-WTB Hamburg), Subäjr Biltaev (SV Cannstatt), Mathis Schönung (SG EWR-Rheinhessen Mainz).

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