
Artikel in Neue Zürcher Zeitung vom 15.05.2026 (Copyright)
Deutschland investiert derzeit hunderte Milliarden EURO in seine Streitkräfte. Bundesregierung mit „Kanonen-oder-Butter-Strategie“ – Scheitern der Merz-Koalition vorprogrammiert ?
Dabei setzt man auf teure, klassische Plattformen wie Panzer statt auf rasch und günstig zu produzierende Massenware wie Drohnen. Gut vier Jahre nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und ein Jahr nach dem Amtsantritt der Regierung von Friedrich Merz ist die Bundeswehr von ihrem Anspruch, die „stärkste konventionelle Armee Europas“ zu werden, weit entfernt.
Die Logik eines Krieges gegen einen Gegner wie Russland lässt sich aller Voraussicht nach in vier Punkten zusammenfassen. Große Stückzahlen an eher einfachen Systemen entscheiden über die Durchhaltefähigkeit. Zudem müssen Waffensysteme schnell entwickelt werden. Unbemannte und KI-gestützte Systeme werden immer wichtiger. Desweiteren wird die Vernetzung aller Systeme immer entscheidender.
Hintergrund: Die Logik des Friedens prägt weiter die Politik. Die Regierung meidet harte Entscheidungen, neben der Einführung einer Wehr- oder Dienstpflicht etwa auch zur Umverteilung von Ressourcen. Das Motto lautet: Sicherheit ja, aber bitte nicht auf Kosten der sozialen Absicherung. Kanonen oder Butter? Die schwarz-rote Bundesregierung versucht mit ihrer Politik dieser Frage auszuweichen.

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